Mehr als 22.000 Frauen unterstützen Vorschlag zum Friedensnobelpreis

Dezember 2017

Mehr als 22.000 Frauen unterstützen Vorschlag zum Friedensnobelpreis (Dezember 2017)

Claudia Montanus freut sich über die zahlreichen Unterschriftenlisten.

„Jeden Tag kommen etliche Umschläge mit Unterschriftenlisten bei uns an“, erzählt Claudia Montanus und zeigt erfreut auf den hohen Stapel vor sich. „Von Februar bis jetzt sind über 22.000 Unterschriften eingetroffen, um den Vorschlag, das Internationale Weltgebetstags-Komitee für den Friedensnobelpreis zu nominieren, zu unterstützen."

Die Beauftragte für den Weltgebetstag (WGT) in der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen koordiniert diese Kampagne. Ziel war es, mit dieser Fülle an Unterstützerinnen ein Friedensforschungsinstitut oder ein Bundesregierungsmitglied dafür zu gewinnen, den Vorschlag in Oslo einzureichen. Bislang ist dies noch nicht gelungen. Die diesjährigen Bundestagswahlen mit den bekannten Problemen der Regierungsbildung und die diversen weltweiten Konfliktherde haben das Finden einer vorschlagsberechtigten Person bislang erschwert.

„Wir werden es auf jeden Fall weiter versuchen", fügt die 54jährige Religionspädagogin, Germanistin und Prädikantin zuversichtlich hinzu. Die Unterschriftenkampagne wird wie vorgesehen zum 15.12.2017 beendet werden. Mehr als 22.000 Unterschriften bilden das Engagement dieser großen friedensfördernden Basisbewegung ausreichend ab. Die zahlreichen ökumenischen Begleitschreiben zeigen überdies, wie vernetzt Frauen bundesweit agieren und sich gegenseitig für eine friedensfördernde Arbeit motivieren.

Selbst wenn das Internationale WGT­Komitee den Preis nicht erhalten sollte - so Montanus -, sei es aller Mühe wert, die internationale Aufmerksamkeit auf den WGT zu lenken. Der Weltgebetstag thematisiert seit mehr als hundert Jahren in jedem Jahr weltweit Frieden und Gerechtigkeit und nimmt diese Forderung ins Gebet; er fördert wegweisende Frauen-Friedensprojekte und bringt Frauen miteinander ins Gespräch, die Ländern, christlichen Glaubensrichtungen oder Bevölkerungsgruppen angehören, die sich eher feindlich gegenüber stehen.

Von der Basis geht der Weltgebetstag aus - von der Basis ging auch die Initiative aus, die gesellschaftspolitische christliche Arbeit von ehrenamtlichen Frauen für Frauen in aller Welt zu würdigen. In Gruppen des Ruhrgebietes, die sich Anfang 2017 in Tagungen der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen zum Thema „Sich für Frieden begeistern“ mit Friedensnobelpreisträgerinnen befassten, kam die Initiative auf, die Internationale Weltgebetstags-Bewegung für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Eine Unterschriftenkampagne wurde gestartet.

Der Landesverband hat die Initiative, das internationale WGT-Komitee für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen, weiterkommuniziert - der Stein kam ins Rollen. Diese Initiative wurde begeistert aufgenommen: Frauen aus ganz Deutschland, katholisch evangelisch und freikirchlich, aber auch aus Österreich und der Schweiz unterstützen den Aufruf. Der Landesverband hat die Koordination der Kampagne übernommen und wird sich auch in 2018 darum bemühen, ein Friedensforschungsinstitut oder ein Regierungsmitglied zu finden, das den Antrag beim Nobelpreiskomitee einreicht und begründet.

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