Jahresbericht 2017

(Januar 2018)

Jahresbericht 2017 (Januar 2018)

Verbandliche Frauenhilfearbeit

2017 war das Jahr der Jubiläen:
Am 30.04.2017 feierte das Frauenheim Wengern 100jähriges Bestehen unter dem Motto: „100 Jahre – mit Menschen unterwegs - Frauenheim Wengern“. Mehr als 150 Gäste besuchten das Jubiläum. Um möglichst viele Menschen im Umfeld der Arbeit zu erreichen, wurden Böllberger Kulturtage mit Bands, Chören und Tanz veranstaltet; für das Fachpublikum gab es einen Fachtag; für die Bewohnerinnen und Bewohner eine Geburtstagsfeier.

Weitere Jubiläumsfeiern folgten am 07.07.2017 65 Jahre „Haus Phöbe“, am 01.09.2017 5 Jahre „Hanse-Zentrum“ und am 22.09.2017 20 Jahre „Nadeschda“.

Der Landesverband feierte ebenfalls Jubiläum: 111 Jahre. Ein besonderer Höhepunkt waren die Oasentage vom 11.05. - 15.05.2017. Ca. 800 Gruppenleiterinnen und Bezirksfrauen der EFHiW folgten der Einladung und gaben somit jedem Tag eine eigene Prägung: Westfalen ist vielfältig, auch seine Sozialisierung. Das Motto dieser Tage war natürlich das Motto des Jubiläums: „End-lich frei. Reformation 500plus. Frauenhilfe 111plus“. Somit wurde das Frauenhilfejubiläum mit dem Reformationsjubiläum verbunden. Es galt, an diesen Tagen, allen Gruppenleiterinnen und Bezirksfrauen einen Dank zu sagen für all` ihren Einsatz vor Ort.
Anfang Oktober wurde aus Anlass des Jubiläums ein Festempfang und ein Festgottesdienst gefeiert, in denen dem Verband viele Dankes- und Segensworte zugesprochen wurden.

2017 war das Jahr des Reformationsjubiläums. An vielen Orten beteiligten sich die Bezirks-, Stadt- und Synodalverbände an den großen kreiskirchlichen Veranstaltungen und gemeindliche Veranstaltungen wurden unterstützt durch das Engagement von vielen Frauenhilfe-Gruppen. Die eigenen Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum durch die Mitgliedsverbände waren zahlreich. Dies zeigt, welch hohes Engagement die Mitgliedsverbände und Gruppen zum Gelingen der landeskirchlichen „Einfach frei“-Kampagne aufbrachten. Einen Einblick konnte die EFHiW festhalten in der Zusammenstellung unter www.frauenhilfe-westfalen.de/doku_reformationsjubilaeum_2017/.

2017 war auch das Jahr der Wahlen.
Es wurden der Landtag und der Bundestag gewählt. Dazu hat die EFHiW Wahlaufrufe veröffentlicht. Die EFHiW rief ihre Mitglieder sowie alle Bürgerinnen und Bürger auf, ihr Stimmrecht bei den Wahlen zu nutzen. Eine Demokratie lebe von der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Die Errungenschaft, an demokratischen Wahlen teilnehmen zu können, sollte jede und jeder wahrnehmen. Freie und geheime Wahlen, denen ein fairer, sachorientierter Wahlkampf vorausgeht, seien Ausdruck einer demokratischen Bürgergesellschaft. Es bleibt Aufgabe auch der EFHiW, auf allen Ebenen Demokratie, Menschenrechte und Toleranz zu stärken und zu gestalten - kommunal, national und europäisch. Die EFHiW bat alle Bürgerinnen und Bürger, mit ihrer Stimme diejenigen Parteien und Kandidatinnen und Kandidaten zu stärken, die für die Menschenrechte und die freiheitliche demokratische Grundordnung eintreten. Rechtspopulistische und rechtsextreme Akteure haben in der Bundesrepublik Deutschland stets an den Nationalsozialismus angeknüpft. Rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien sind für Christinnen und Christen nicht wählbar.
Politische Forderungen, um Lebensbedingungen von Opfern von Menschenhandel zu verbessern, wurden an die Landtagsabgeordneten verschickt. Das Frauenheim Wengern und auch die Soester Altenheime der EFHiW haben die jeweiligen Wahlkreiskandidaten zu Gesprächen eingeladen, die gut besucht waren.
Mit den Wahlaufrufen, Forderungen und Gesprächen konnte die EFHiW das ihre dazu tun, dass die Wahlbeteiligung nicht weiter gesunken ist und in ihrem Umfeld das Einmischen in Demokratie gepflegt wurde. Leider verhinderte es nicht, dass in beiden Parlamenten die AfD Sitze erhielt.

Es wurde auch in der EFHiW gewählt.
Der Vorstand setzt sich seit dem 5. Oktober 2017 neu zusammen: Neu im Vorstand sind Rechtsanwältin Christiana Grimm (Werl) und Studienrätin Daniela Stiftel-Völker (Meschede). Wiedergewählt wurden als stellvertretende Vorsitzende Erika Denker (Siegen), als stellvertretender Vorsitzende Albert Henz (Bielefeld), Theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, und als weitere Vorstandsmitglieder Helga Berghoff (Bochum) und Pfarrerin Petra Buschmann-Simons (Bergkamen).
Barbara Mengel aus Bad Oeynhausen und Pfarrerin i.R. Renate Schleisiek aus Everswinkel schieden aus dem Vorstand aus. Zum Vorstand gehören außerdem die Vorsitzende Inge Schnittker (Hagen), Schatzmeisterin Dagmar Gravert (Dortmund), die leitende Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen sowie Jeane Otto-Bairaktaris (Wattenscheid), Dr. Beate von Miquel (Bochum) und Angelika Waldheuer (Münster). Pfarrerin Diana Klöpper, Frauenbeauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen, und Iris Jänicke (Kreuztal) sind berufene Mitglieder im Vorstand.
Anfang November wurden in einem Gottesdienst die Gewählten in ihr Vorstandsamt eingeführt und die Ausscheidenden entpflichtet.

Neue Vorstandsmitglieder in den Mitgliedsverbänden trafen sich mit Birgit Dittrich-Kostädt und Inge Schnittker am 13.03.2017. Aus insgesamt vier Verbänden kam eine kleine Gruppe zustande. Doch - vielleicht gerade deshalb - waren die Gespräche sehr intensiv und konstruktiv.
Am 13.November 2017 trafen sich neue Leiterinnen der Frauenhilfe-Gruppen in Soest. Sie besprachen mit Birgit Dittrich-Kostädt, Regina Sybert-Goldstein und Inge Schnittker u.a. über Strukturen, Geld und Materialien und tauschten sich untereinander aus.
Mit einer kleinen Gruppe fand im August ein weiterer und damit auch letzter Workshop für Werbebotschafterinnen unter der Leitung von Manuela Schunk und Stephanie Frenzer, externe Trainerin, statt.
Einige Frauen wurden motiviert, einzusteigen und Werbebotschafterin zu werden und wurden von ihren Vorständen beauftragt. Die Werbebotschafterinnen sind ein Projekt seit 2015, um in den Verbänden Werbung an Frauen zu binden, die dies federführend und kreativ tun. Sie sind durch den Landesverband in ihrer Arbeit durch Workshops begleitet und gecoacht worden. In den Workshops war immer auch Raum für intensiven Austausch.

Die Frühjahrskonferenz fand vom 27. - 28.04.2017 statt. Ihr Thema war: „Mitten unter uns - Rechtspopulismus als Gefahr für eine demokratische Gesellschaft“.
Etwa 40 Delegierte der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V. (EFHiW) informier-ten sich über die Entstehung, die Geschichte und die Verbreitung des Rechtspopulismus.
Als Referent begleitete die Konferenz der Soziologe und Publizist Andreas Kemper.
Ein weiterer Schwerpunkt bildete die Bibelarbeit „Alle Menschen haben als Ebenbilder Gottes die gleiche, unantastbare Würde“. Die Resolution der Evangelischen Frauen in Deutschland wurde unterstützt: „Menschenfeindlich denken und handeln - nicht mit uns!“
Als Bildungs- und Verbandsreferentin arbeitet seit Oktober 2016 Claudia Montanus mit einer ¾ Stelle im pädagogisch-theologischen Team mit. Ihr Schwerpunkt ist der Weltgebetstag und die ökumenische Frauenbildungsarbeit. Außerdem ist sie beteiligt an der Erstellung des Jahresthema-Materials und an der Durchführung der Tagungen. Am 28. April 2017 wurde sie mit Gottesdienst und Empfang in ihre Stelle eingeführt.
Inzwischen hat Claudia Montanus einen der Sitze im Deutschen WGT-Komitee übernommen, die von den Evangelischen Frauen in Deutschland zu besetzen sind.

Im Sommer haben - wie in den Vorjahren - vier Regionale Workshops unter der Leitung von Pfarrerin Birgit Reiche oder Manuela Schunk stattgefunden. Das Thema „Tradition bewahren. Gegenwart gestalten. Zukunft planen.“ bestimmte den Workshop 2017. Herausforderungen, Ziele und Maßnahmen wurden intensiv besprochen.

Die Herbstkonferenz fand im November statt unter dem Titel „Inspirierendes Ehrenamt - Ehrenamt mit Inspiration“. „Ehrenamtliche gehören nicht den Organisationen. Sie setzen Organisationen in Bewegung“, stellt Cornelia Coenen-Marx in ihrem Vortrag vor den mehr als 40 Delegierten fest. Die wichtigsten Akteure im sozialen Ehrenamt seien Frauen, in Kirche und Diakonie noch immer etwa siebzig Prozent der Ehrenamtlichen. Christliche Ehrenamtliche seien aber nicht nur in Kirche engagiert; auch sie seien breiter vernetzt. Darin liege eine Chance, wenn Kirche sich ins Gemeinwesen öffnet. Oberkirchenrätin a.D. Coenen-Marx machte zu Anfang deutlich, dass ältere Frauen sich nach langen Jahren Care-Arbeit um ihren Einsatz betrogen fühlen. „Jüngere Frauen brauchen Unterstützung und Solidarität bei ihren Care-Aufgaben. Eine der aktuellen Herausforderungen ist daher die Monetarisierung des Ehrenamts. Und eine der Chancen sind die sorgenden Gemeinschaften. Hier kann die Frauenhilfe durch ihre Verbindung mit den Kirchengemeinden punkten“, führte die Oberkirchenrätin a.D. weiter aus. Die jungen Alten bilden die zweitgrößte Ehrenamtsgruppe in der Kirche. Sie engagieren sich zugleich besonders stark im Quartier. „Die Zeit der Seniorenclubs ist vorbei: Es geht um generationsübergreifende Arbeit“, stellte sie fest. Gefragt seien ein neues Selbstbewusstsein und ein neues Generationenbewusstsein. „Frauenhilfe ist längst damit Teil der neuen Frauenbewegung von Frauen, die älter sind und einen anderen Umgang mit Älterwerden und Körper vornehmen und fordern.“

In den Jahren 2017 und 2018 wird zum zweiten Mal ein Jahresthema der EFHiW in zwei aufeinanderfolgenden Jahren bearbeitet. „Sich für Frieden begeistern“ lautete der Titel 2017.
Die Begeisterung für den Frieden angesichts weltweiter Bedrohungen und Konflikte, aber auch angesichts von Gefährdungen des sozialen Friedens in unserem Land bis hin zu Verwerfungen zwischen den Generationen, machen es nicht leicht, Begeisterung und Engagement zu erhalten. Umso wichtiger ist es, dass die Teilnehmerinnen sich in Bibelarbeiten auf biblische Tradition beziehen, Trost und Ermutigung in gemeinsamen Andachten finden und in Geschichte und Gegenwart nach Menschen suchen, die Vorbilder sein können und ermutigen.
„Friede auf Erden - machbar!?“ lautete der Titel des Jahresthemas 2018.

Die Begegnung mit Friedensnobelpreisträgerinnen im Jahresthema 2017, die für ihr Engagement in sozialen, ökologischen und politischen Zusammenhängen ausgezeichnet wurden, hat gewiss die Idee beflügelt, den Weltgebetstag (WGT) für diesen Preis vorzuschlagen. Dieser ganz besondere Impuls kam Anfang 2017 von Frauen aus Recklinghausen. Sie haben eine Unterschriftenkampagne gestartet mit dem Ziel, das internationale WGT-Komitee für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. Diese Initiative wurde begeistert aufgenommen. Inzwischen beteiligen sich Frauen aus allen Teilen Deutschlands, aus Österreich und der Schweiz. Der Landesverband hat die Koordination der Kampagne übernommen und versucht ein Friedensforschungsinstitut oder ein Regierungsmitglied zu überzeugen, den Antrag beim Nobelpreiskomitee einzureichen und zu begründen. Bis Ende des Jahres wurden mehr als 22.000 Unterschriften zugestellt; sie sind ein deutliches Zeichen. Die Probleme, eine Bundesregierung nach der Bundestagswahl zu bilden, verzögert das Finden geeigneter Personen als Fürsprechende in Oslo.
Es ist aller Mühe wert, die internationale Aufmerksamkeit auf den WGT zu lenken, der seit mehr als hundert Jahren in jedem Jahr weltweit Frieden und Gerechtigkeit thematisiert und ins Gebet nimmt sowie wegweisende Frauen-Friedensprojekte fördert. Oft hat er Frauen miteinander ins Gespräch gebracht aus eher sich feindlich gegenüberstehenden Ländern, Religionen oder Bevölkerungsgruppen, z.B. Frauen aus Israel und Palästina. Sollte eine Nominierung in 2018 nicht möglich sein, so werden wir es weiter versuchen.

Neben den Tagungen zum Jahresthema ist der Weltgebetstag ein zentraler Arbeitsbereich in der EFHiW, der Mitgliedsverbände, Gruppen und Landesverband eng miteinander verbindet.
Im Herbst/Winter 2016/2017 fanden fünf WGT-Werkstätten statt, die von Lindtraut Belthle-Drury und Claudia Montanus ko-ordiniert und durchgeführt wurden und die Teilnehmerinnen auf den WGT von den Philippinen vorbereiteten. „Was ist denn fair?“ mit dieser Frage schickten die Frauen von den Philippinen ihre Gebetsordnung rund um die Welt und Christinnen in aller Welt versuchten ihre Antwort darauf zu finden.
Neben den Werkstätten fanden zahlreiche regionale Vorbereitungsveranstaltungen statt; geleitet teils von Multiplikatorinnen aus der Region, teils von den Referentinnen des Landesverbandes.
Über den Materialdienst und Service wurden auch 2017 wieder WGT-Materialien in erheblichem Umfang verkauft. Mit rund 38.000 Gebetsordnungen, 20.000 Postkarten – um nur die größten Bestellpositionen zu nennen – ist die Nachfrage stabil. Die EFHiW bleibt mit ihren Werkstätten und dem Materialversand eine „Zentrale“ des WGT.

Seit Jahrzehnten gibt es die Tradition der „Evangelischen Landfrauentage“ in einigen Mitgliedsverbänden der EFHiW. Zwischen Februar und Mai fanden sie in zehn Verbänden statt, die meisten unter Beteiligung der Landfrauenbeauftragten der EFHiW, Pfarrerin Birgit Reiche. In sieben Verbänden hielt sie den Vortrag: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ zu den Grundartikeln des Grundgesetzes, in einem Verband den Vortrag: „Organspende, Pflicht eines Christenmenschen?“, in einem Verband den Vortrag „Toleranz ist gut, aber nicht gegenüber den Intoleranten (W. Busch)“. Nach wie vor erfreut sich der evangelische Landfrauentag in den veranstaltenden Verbänden großer Beliebtheit. Zwischen 50 und 250 Frauen haben an den Veranstaltungen teilgenommen.

Bildungsangebote

Die Abgrenzung zwischen verbandlicher Frauenhilfearbeit und Erwachsenen- und Familienbildung ist traditionell schwierig. Kaum ein anderes Arbeitsfeld gehört so eng zu unserem Frauenverband, wie z. B. die Jahresthematagungen.
Kriterium für die Abgrenzung ist ein formales: unter Erwachsenenbildung werden all die Bereiche zusammengefasst, die nach dem Weiterbildungsgesetz des Landes NRW geplant und abgerechnet werden und alle gesetzlichen Erfordernisse eines Weiterbildungsangebotes erfüllen.
Die Tagungen zum Jahresthema, die durch die Mitgliedsverbände angeboten werden, sind maßgeblich am Anteil der Teilnahmetage. In 2016 wurden 3.986 Unterrichtsstunden und 3.876 Teilnahmetage gemäß dem Weiterbildungsgesetz NRW durchgeführt. Bei den Teilnahmetagen beteiligt sind zudem Qualifizierungsmaßnahmen des Fachseminars, Veranstaltungen des Landesverbandes und die Bildungsreisen der EFHiW. Die Unterrichtsstunden werden zu einem erheblichen Teil in Wengern, den Mitgliedsverbänden und Gruppen erbracht.

Fortbildungen für Presbyterinnen ist seit Jahrzehnten eine gut funktionierende Kooperationsveranstaltung mit dem Frauenreferat der EKvW und wird gut angenommen. Im März 2017 fand wieder Teil zwei mit 25 Teilnehmerinnen statt. Wegen der großen Nachfrage gab es einen zweiten Termin Ende September.

Seit September 2016 wird in Westfalen der Studiengang „Fernstudium Theologie Geschlechter-bewusst“ wieder durchgeführt. Diesmal unter der Federführung des Frauenreferates im IKG (Institut für Kirche und Gesellschaft der EKvW) und für Frauen und Männer. Die EFHiW ist - wie die Männerarbeit der EKvW und der Kirchenkreis Unna (mit Frauenreferat und Männerarbeit) - Kooperationspartnerin. Pfarrerin Birgit Reiche wirkt bei der Konzeption und Durchführung mit und einige Mitglieder der EFHiW sind unter den Teilnehmerinnen.

Das Reiseprogramm hat einen stabilen, ständig wachsenden Interessentinnen- und Teilnehmerinnenkreis. Auf den Reisen in die WGT-Länder kommen die Teilnehmerinnen aus dem gesamten Bundesgebiet. Mit den Sommerlichen Soesttagen, den „Märchen und mehr am Meer“, den Kirchentagsfahrten alle 2 Jahre sowie den Bildungstagungen in Herrnhut oder in der Lüneburger Heide wird das Reiseprogramm ergänzt um Angebote für Frauen, die die Fernreisen nicht wahrnehmen können oder wollen.
2017 wurde als Auslandsreisen eine Weltgebetstagsreise nach Surinam eine Begegnungsreise in den Oman durchgeführt.

Alle Seminarangebote, die zu einer qualifizierten Begleitung und Betreuung demenziell erkrankter Menschen beitragen, wurden gut angenommen. Besonders angesprochen wurden Pflegefachkräfte, Betreuungs- und Pflegehilfskräfte sowie pflegende Angehörige und ehrenamtlich tätige Menschen.

Insgesamt 52 Veranstaltungen der Familienbildung fanden 2016 statt mit 588 Erwachsenen und 19 Kinder bzw. Jugendliche. Jeder 5. Teilnehmende war das erste Mal bei einem Familienbildungsangebot der EFHiW, der Anteil der Männer beträgt 12%, das Durchschnittsalter liegt bei 46,5 Jahren.
Die Familienbildung führt sozialräumliche Angebote durch, z.B. Kurse nach dem Konzept Delfi (Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell), Kurse nach dem Konzept „Starke Eltern - Starke Kinder“ (Kinderschutzbund), das Sprach-Café, Kochkurse in Zusammenarbeit mit der Soester Tafel, die Arbeit mit Familienpatinnen.
Das Sprach-Café für Migrantinnen als sozialräumliches Angebot fand 2016 an zwei Vormittagen der Woche in der Cafeteria der Tagungsstätte Soest statt. Es existiert seit 2015. Zwar hat es bedingt durch Umzüge und Rückkehr in Heimatländer einige Veränderungen im Teilnehmerinnenkreis gegeben; jedoch gab es weiterhin eine lebhafte Nachfrage. Im Laufe des Jahres 2016 zogen die meisten der geflüchteten Frauen und Familien aus den Einrichtungen in private Wohnungen um. Damit war für die meisten Teilnehmerinnen das Sprach-Café das einzige deutschsprachige Umfeld und auch die einzige Möglichkeit, mit Menschen außerhalb der Familie in Kontakt zu kommen. Von insgesamt 19 nahmen durchschnittlich sechs bis acht Frauen verlässlich teil, weitere sechs bis acht kamen mit größerer oder geringerer Regelmäßigkeit und die restlichen nur gelegentlich. Es bewährte sich, dass das Curriculum des Sprachunterrichts sich an Alltagssprache und -situationen orientierte und Kommunikation und Vernetzung im Mittelpunkt standen.
Durch die neue LeibSeeleKüche der EFHiW ergab sich die Möglichkeit, das Angebot „Kochen aus Tüten“ (Küchenfitness für die knappe Haushaltskasse) in Zusammenarbeit mit der Soester Tafel wieder zu beleben. Zwei Kurse wurden unter Teilnahme von sieben Frauen durchgeführt. Ergänzend dazu entstanden zwei Kurse „Kochen über den Tellerrand“, die - aus Kollektenmitteln finanziert - kostenlos für Frauen verschiedener Nationalitäten (ausdrücklich auch für Deutsche) angeboten und durchgeführt wurden.
Der Kreis der ehrenamtlichen Familienpatinnen nunmehr aus fünf Frauen, die gezielt und nach der jeweiligen Erfordernis ansprechbar sind und angesprochen werden. Die Begleitung der Familienpatinnen erfolgte ausschließlich in einsatzorientierten Einzelgesprächen.
Im Hotel Erika Stratmann in Bad Driburg wurden die Kurse zu Aquafitness und Wassergymnastik weitergeführt, um die Öffnung in den Ort Bad Driburg hinein aufrecht zu erhalten.

Bildungsangebote brauchen auch Orte. Die EFHiW unterhält zwei: Das Hotel Erika Stratmann und die Tagungsstätte Soest.
Im Hotel Erika Stratmann fanden - wie in den vergangenen Jahren - Jahresthematagungen, Seminare, Chorfreizeiten und Besuche von Frauenhilfegruppen im Rahmen von Ausflügen statt.
Ein wichtiges Angebot sind nach wie vor die Angebote für Demenzkranke und ihre Angehörigen, die die EFHiW mit eigenem Personal und eigenem Konzept anbietet. Auch andere gemeinnützige Träger bieten im Hotel Erika Stratmann Freizeiten für Demenzkranke und Seniorenfreizeiten an. Das Haus ist mit dem barrierefreien Teil und den behindertengerechten Bädern im Giebelhaus besonders geeignet für diese Angebote.
Leider hat im Oktober die Ärztin ihre Praxis im Hotel Erika Stratmann aufgegeben. Trotz aller Anstrengungen ist es nicht gelungen, einen Arzt oder eine Ärztin für die Praxisnachfolge zu finden.
Die Nachfrage zum Hotel steigt seit 2016 an und ist in 2017 erfreulich stabil.

Die Tagungsstätte Soest hat in 2017 eine steigende Nachfrage, insbesondere auch für Übernachtungen zu verzeichnen. Bislang ist festzustellen, dass sich die Tatsache, dass in Soest zwei neue Hotels mit Tagungsbetrieb eröffnet wurden, sich bislang nicht negativ auf die Belegung der Tagungsstätte ausgewirkt hat.

Anti-Gewalt-Arbeit

2017 war auch ein Jahr des Auf- und Umbruchs. Nach 25 Jahren verabschiedete sich Ende 2016 die Leiterin Ulrike Dustmann, die das Frauenhaus Soest maßgeblich aufgebaut und geprägt hat. Hoch professionell und engagiert führte das erfahrene Team das Haus weiter. Im März 2017 wurde mit Sabine Emming die Leitungsstelle neu besetzt. Schnell und kompetent hat sie die Vertretung des Hauses nach außen übernommen und mit dem Team zu einer guten kollegialen Zusammenarbeit gefunden.
In 2016 fanden 44 Frauen und 53 Kinder Zuflucht und professionelle Unterstützung im Frauenhaus. Zahlreiche Frauen mussten u. a. aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden, teilweise kam es zu einer Vermittlung in andere Frauenhäuser. Wie auch in den vergangenen Jahren war der überwiegende Teil der Frauenhausbewohnerinnen zwischen 20 und 35 Jahre alt. Aufgrund schwerer Gewalterlebnisse suchten sie mit ihren Kindern den Schutz des Hauses. Die Verweildauer im Frauenhaus lag zwischen zwei Tagen und neun Monaten, mehrheitlich zogen die Frauen nach ca. zwei bis drei Monaten aus. 2016 nutzten 11 Bewohnerinnen das Frauenhaus, um sich dauerhaft eine eigenständige Lebensperspektive aufzubauen und zogen in eine eigene Wohnung oder kehrten nach einer richterlichen Zuweisung in die bisherige Wohnung zurück. Manchmal jedoch benötigen von Gewalt betroffene Frauen mehrere Anläufe, um sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen.
Das Frauenhaus ist auch ein Kinderhaus. Der eigene Schutz und der ihrer Kinder liegt in der Verantwortung der Frauen und das in einer Situation, in der sie selbst aufgrund ihrer Gewalterlebnisse unter Schock stehen und in ihrer Gesundheit und in ihrem Selbstwertgefühl angegriffen sind. Häufig ist es für eine so belastete Mutter eine enorme Anstrengung, ihre Kinder angemessen zu versorgen. Des-halb gehören Kindergruppen unter Einbeziehung der Mütter mit individuellen Förder- und Freizeitangeboten zum Standard. Für alle Kinder im Haus gibt es täglich kostenloses Frühstück und Mittagessen. Mehrheitlich sind die Kinder Opfer traumatischer Erfahrungen und benötigen Begleiterinnen, die sie in einem ganzheitlichen Verständnis wieder selbstsicher und stark machen.
Neben der Möglichkeit des Wohnens bietet das Frauenhaus ambulante Beratung nach dem Gewaltschutzgesetz und leistet mit dem Angebot der Kurse „Starke Mütter - Starke Kinder“ und „Stärken stärken“ Präventionsarbeit. Im Anschluss an den Aufenthalt im Frauenhaus erhalten die Frauen auf Wunsch kostenlos und unbürokratisch nachgehende Betreuung.

In der Beratungsstelle Nadeschda wurden im ersten Halbjahr 2017 bereits 56 Frauen (davon 12 Schwangere) und 22 Kinder betreut in Ostwestfalen-Lippe (OWL) - bereits mehr als im Gesamtjahr 2016. Zum Teil gab es mehrere Neuaufnahmen pro Woche. Der Trend, dass immer mehr Afrikanerinnen Betreuung suchen, hat sich fortgesetzt. 65 % der Klientinnen kamen aus westafrikanischen Staaten.
Im April 2016 wurde das Projekt „Flüchtlingsberatung von Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind“ gestartet. In der Erstaufnahme in Bielefeld beteiligt sich die Beratungsstelle Nadeschda an wöchentlichen Sprechstunden und hat ein Frauen-Café mit aufgebaut. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende in der Flüchtlingsarbeit in Ostwestfalen-Lippe werden durch Schulungen für das Problem Menschenhandel sensibilisiert. Für das Projekt konnte eine zusätzliche Stelle eingerichtet werden. Die Finanzierung durch Mittel der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung wurde auch im Jahr 2017 fortgesetzt. Sondermittel für die Flüchtlingsarbeit der EKvW wurden sowohl 2016 als auch 2017 für die Stellenaufstockung bei Nadeschda bewilligt.
Im Rahmen dieses Projektes fand im Herbst 2016 erstmals nach Jahren wieder ein bundesweites Vernetzungstreffen der evangelischen Fachberatungsstellen für Opfer von Menschenhandel statt. Auch bei dieser Tagung ging es um das Thema Menschenhandel und Asyl. Ein gemeinsamer Stand der evangelischen Fachberatungsstellen auf dem Markt der Möglichkeiten beim Kirchentag in Berlin im Mai 2017 war ebenfalls ein Ergebnis.
Die steigenden Klientinnenzahlen aufgrund der Opfer von Menschenhandel unter den Geflüchteten, die zu uns kommen, betreffen alle Fachberatungsstellen und bringen sie an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit. Aus diesem Grund hat Birgit Reiche ein Konzept für die zusätzliche Förderung der Beratungsstellen aus Mitteln für die Flüchtlingsarbeit in NRW geschrieben. Bislang hat es diesbezüglich noch keine Entscheidung gegeben.
Die Hoffnung ist, dass es zu einer Regel-finanzierung der Stellenaufstockungen kommt.

Im Jahr 2016 sind 572 Prostituierte durch die aufsuchende Arbeit der Beratungsstelle Theodora in 111 Prostitutionsbetrieben in ganz OWL erreicht worden. Durch vermehrte aufsuchende Arbeit wenden sich auch mehr Klientinnen mit der Bitte um Unterstützung an Theodora. 128 Frauen und über 70 Kinder sind im Jahr 2016 durch die Beratungsstelle Theodora beraten und weitervermittelt worden. Nach jetzigem Stand sind die Zahlen für 2017 voraussichtlich noch höher. Vor allem junge Prostituierte aus Bulgarien, Polen, Rumänien und Deutschland wenden sich mit ganz unterschiedlichen Problemen an die Beratungsstelle. Sie prostituieren sich nur, weil sie keine andere Möglichkeit sehen, für sich und ihre Kinder Geld zu verdienen. Die Sozialarbeit von Theodora unterstützt häufig ganze Familien, weil die Klientinnen mehrere Kinder haben.
Das Prostituiertenschutzgesetz (Prost-SchG), das im Sommer 2016 verabschiedet wurde und zum 01.07.2017 in Kraft trat, warf seinen Schatten voraus. Viele Klientinnen waren verunsichert und wünschten Informationen, die die Mitarbeiterinnen von Theodora auch lange nicht geben konnten, weil sie noch nicht vorlagen. Prostituierte müssen sich seit dem 01.07.2017 bei einem Ordnungsamt anmelden und vorher ein Aufklärungsgespräch über gesundheitliche Risiken im Gesundheitsamt führen. Auch die Behörden waren auf das neue Gesetz nicht vorbereitet, so dass Pfarrerin Birgit Reiche und die Mitarbeiterinnen von Theodora in vielen Arbeitskreisen und bilateralen Treffen mit Behörden in OWL saßen. Für den Einzugsbereich von Theodora ist jetzt ein ganz spezielles Konstrukt gewählt worden: Die Stadt Bielefeld übernimmt für alle Kreise die Aufgabe der gesundheitlichen Beratung und der Anmeldung der Prostituierten.

Mehrmals in der Woche sind die Mitarbeiterinnen im Beratungs–Bulli der Beratungsstelle Tamar in ganz Südwestfalen unterwegs und haben so im Jahr 2016 über 600 Frauen in über 100 Prostitutionsbetrieben erreicht. 75 Frauen wendeten sich mit einem weitergehenden Beratungsbedarf an Tamar, fünf von ihnen befinden sich im Ausstiegsprozess.
Die Suche nach nebenberuflichen Sprachmittlerinnen gestaltet sich in Südwestfalen nach wie vor schwierig. Noch immer muss das Team ausgebaut werden.
Auch in Südwestfalen warf das Prost-SchG seinen Schatten voraus. Nur der Kreis Soest und die Stadt Hamm haben allerdings einen intensiven Kontakt mit der Beratungsstelle Tamar in der Umsetzung des Gesetzes. In einer Reihe von anderen Kreisen begegnet man dem Gesetz eher abwartend, was die Klientinnen zusätzlich verunsichert.
Am 11.09.2017 lud die Beratungsstelle Tamar zu einer kostenpflichtigen Fachtagung für Mitarbeitende in Gesundheits- und Ordnungsämtern ein, die trotz des nicht geringen Teilnahmebeitrages gut angenommen wurde.

Die Förderung durch Aktion Mensch lief Ende September 2017 aus. Der Vorstand hat beschlossen, die Arbeit auf jeden Fall bis zum Februar 2018 fortzusetzen, um die Zeit für die Suche nach einer Anschlussfinanzierung zu gewinnen. Einen wie auch immer gearteten Bescheid vor Weihnachten zu erhalten, wurde zwar vom Ministerpräsidenten Armin Laschet wie auch von zwei Landtagsabgeordneten zugesagt. Jedoch wurde auch diese ergebnisoffene Zusage nicht eingehalten.

Behindertenhilfe im Ennepe-Ruhr-Kreis  

Das Jahr 2017 stand im Frauenheim Wengern ganz im Zeichen des 100-jährigen Bestehens der Einrichtung. Die einzelnen Veranstaltungen waren bunt und vielfältig, wie das Interesse der Personengruppen, die eingeladen wurden und mitfeierten.
Die Anti-Gewalt-Arbeit wurde durch die Frauengruppe „Mutig und stark“ fortgesetzt. Es wurde ein Leitfaden erstellt „Gewaltfrei im Frauenheim Wengern - Intervention bei sexualisierter und häuslicher Gewalt gegen Frauen“. Ein regelmäßig stattfindendes Frauencafé, die Teilnahme am internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen und am
14. Februar die Aktion One-Billion-Rising gehörten ebenfalls zu den Aktivitäten der Gruppe “Mutig und stark“.
Das Land NRW beauftragte das Netzwerk-Büro „Frauen und Mädchen mit Behinderungen NRW“ mit der Durchführung zweier Projekte. Das Frauenheim-Projekt „Mutig und stark“ wurde bei der Abschlussveranstaltung als „Best practice“ vorgestellt. Die Vorstellung ihres Projektes war für die Frauengruppe des Frauenheims ein bisheriger Höhepunkt ihres Engagements in der Anti-Gewalt-Arbeit.
Das Frauenheim Wengern hatte ebenso wie die Altenhilfe-Einrichtungen der EFHiW mit den Auswirkungen des Pflegestärkungsgesetzes zu tun. Bei insgesamt 38 Personen im stationären Bereich des Frauenheims wurde eine Umstellung von Pflegestufen auf Pflege-grade vorgenommen. Für einige Bewohnerinnen und Bewohner, auch Menschen, die ambulant betreut werden, wurden Neubeantragungen vorgenommen und im Herbst und Winter 2016/2017 Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen durchgeführt.

Das Hauptaugenmerk der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen lag im Jahr 2017 auf dem Umzug in die neuen Räume im Gewerbegebiet Schöntal in Wetter. Der Umzug fand Ende August 2017 statt. Im September nahmen zunächst 35 Menschen mit Behinderungen aus den bisherigen Montagebereichen in Albringhausen und Wengern sowie dem Berufsbildungsbereich den Arbeitsbetrieb in neuer Umgebung auf. In neu zusammengestellten Arbeitsgruppen müssen sich die Mitarbeitenden nun zusammen-finden. Sukzessive wird die Anzahl der Beschäftigten in dem neuen Bereich auf ca. 50 Menschen mit Behinderungen ansteigen. Mit dem Umzug verbunden ist eine Attraktivitätssteigerung der Werkstattangebote für potentielle Auftraggeber aus dem Industriebereich u.a. dadurch, dass in der Halle größere Lagerkapazitäten zur Verfügung stehen und eine gute Anbindung im Gewerbegebiet besteht. Außerdem soll es für zukünftige Teilnehmende im Berufsbildungsbereich durch die Nähe zu anderen Unternehmen verbesserte Möglichkeiten für Praktika sowie unterschiedliche Arbeitsangebote geben.
Das gemeinsame Konzept von Wohnen und Arbeiten im Schöntal ermöglicht den Bewohnerinnen mit psychischen Erkrankungen und komplexen Mehrfachbehinderungen selbstbestimmt und selbständig stadtnah zu wohnen und ihren Fähigkeiten entsprechend ohne langen Anfahrtsweg zu arbeiten.
Am 3. Advent wurde die Außenstelle Schöntal feierlich eröffnet. Zuvor gab es einen „Tag der offenen Tür“, um Werkstattbereiche und den Berufsbildungsbereich kennenzulernen.

Die Nachfrage von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die auf eine Werkstattfähigkeit vorbereitet werden, steigt beim ambulanten Dienst NAOMI ständig. Die Nachfrage von gesetzlichen Betreuern nach Angeboten für Menschen, die möglicherweise nur geringste Hilfen zulassen, stellt den Dienst vor große Probleme.
Die ambulante Betreuung in Gastfamilien ist auf acht Familien gestiegen. Die Familien wohnen größtenteils in Bochum und Dortmund.
Planung und Vorbereitung des Umzuges des „Treffpunkt“ von der Osterfeldstraße in die Nordstraße haben im Frühherbst begonnen. Der Umzug wurde notwendig wegen der großen Anzahl der Menschen mit psychischen Erkrankungen, die auf eine Werkstattfähigkeit vorbereitet werden. Ein regelmäßiges niederschwelliges Beschäftigungsangebot wird in der Nordstraße, in der vormals ein Montagebereich war, vorgehalten werden.

Psychiatrische Dienste im Märkischen Kreis

Im Laufe des ersten Halbjahres 2017 wurde Haus Wegwende umfangreich renoviert,
u. a. wurden der Speisesaal und der Gemeinschaftsraum (Treffpunkt) völlig neu gestaltet. Seit längerem wird darüber beraten, für das Haus Wegwende einen Ersatzneubau zu schaffen.
Im Januar 2017 stellten die Vertreter des Landschaftsverbandes bei einem Vororttermin die grundsätzliche Notwendigkeit eines Ersatzneubaus fest. Im März 2017 fand in Münster beim LWL ein Gespräch zu Konzept und Umsetzung statt. Mit der Stadt Werdohl und dem Architekten der EFHiW hat es schon in den Monaten vorher Sondierungsgespräche wegen eines möglicherweise in Frage kommenden Grundstückes gegeben.

Die Klientenzahlen beim Ambulant Betreuten Wohnen Frauenhilfe erreichte Mitte 2017 einen neuen Höhepunkt: 107 über den LWL finanzierte Klientinnen und Klienten und 12 Selbstzahlende bzw. über das Jugendamt finanzierte.
Seit April 2017 gibt es ein neues Angebot: Zweimal monatlich findet ein Treffpunktcafé für Klientinnen, Angehörige und Interessierte statt („Komma, rein“).
Auch für das Betreute Wohnen Frauenhilfe wird nach neuen Räumlichkeiten gesucht. Die Büros im Gewerbehof in Werdohl sind schwer zugänglich.

Zehn Frauen und acht Männer besuchen regelmäßig die Tagesstätte Werdohl. Der Altersdurchschnitt liegt bei 50 Jahren. Seit Frühjahr 2017 umfassen die Angebote die Nähwerkstatt, die Holzwerkstatt, den Küchenbereich, Musikangebote, Englischkurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Deutschkurse, politische Diskussionsrunden, Klavierunterricht und ein Walking-Kurs.
Im Frühsommer 2017 konnte aus zwei Besuchern ein Tagesstätten-Beirat gebildet werden.
Seit Frühjahr 2016 ist in der Innenstadt in Werdohl ein Schaufenster angemietet worden, um die Produkte der Tagesstätte präsentieren zu können. Das Schaufenster wird viermal jährlich mit Besuchern gemeinsam gestaltet. Haus Wegwende wird jahreszeitlich mit Dekoration aus den Produkten der Tagesstätte versorgt.

Für zehn Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses hat im September 2017 eine viertägige Reise an die Nordsee stattgefunden. Auch die Besucherinnen und Besucher der Tagesstätte konnten im August 2017 an die Nordsee reisen. Urlaub zu machen, war eine ganz besondere Erfahrung für die Beteiligten.

Alten- und Pflegeheime

Das Lina-Oberbäumer-Haus konnte im vergangenen Geschäftsjahr durchgängig auf eine Vollbelegung zurückblicken. Darüber hinaus existiert durchgängig eine Warteliste.
Ende 2016 hat Ulrike Ollinger die Funktion der Pflegedienstleitung übernommen. Stellvertretende Pflegedienstleitung ist seit diesem Zeitpunkt Svetlana Vorrat, die bereits seit ihrer Ausbildung im Haus tätig ist.

Die Belegung im Hanse-Zentrum war im vergangenen Geschäftsjahr erneut über-durchschnittlich gut. Auffallend hoch ist nach wie vor die Quote (ca. 30 %) zu pflegender Männer, die weit über dem Durchschnitt anderer Altenheime liegt. Das Hanse-Zentrum hat zudem eine Warteliste. Alle Beurteilungen ergaben auch hier Bestnoten.
Nach den Sommerferien 2016 erklärten sich zum dritten Mal in Folge insgesamt 40 Mädchen und Jungen der Hansa-Realschule in Soest bereit, sich im Rahmen eines Ehrenamtsprojekts für die Bewohnerinnen und Bewohner zu engagieren. Zum Abschluss der Freiwilligenaktion erhalten die Jungen und Mädchen im Rahmen einer Feierstunde ihre Ehrenamts-Urkunde. Die Auszeichnung bescheinigt den jungen Leuten nicht nur ihr großes Engagement, sondern auch soziale Kompetenz, die sich bei zukünftigen Bewerbungen sicherlich als wertvoll erweist.
Im Frühjahr 2017 wurden umfangreiche Pflasterarbeiten durchgeführt, Sträucher und Blumen gepflanzt und mehrere Bänke geschützten Demenzgarten aufgestellt, damit der Garten für die Bewohnerinnen und Bewohner noch attraktiver wird.

Am 01.11.2016 hat Christiane Vößing, die schon viele Jahre im Haus Phöbe beschäftigt ist, die Heimleitung im Haus Phöbe übernommen. Für ihre bisherige Funktion als Pflegedienstleitung ist Guido Menne am 01.11.2016 eingestellt worden. Edna Künne begleitet die Einrichtung weiterhin durch fachliche Beratung. Die Belegung war stabil.
Verschiedene Renovierungsarbeiten wurden durchgeführt. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich über neue Küchenzeilen und moderne Küchengeräte. Außerdem wurden weitere Niedrigfahrbetten angeschafft. Die Kapelle bekam einen neuen Anstrich und die Sitzauflagen der Bänke wurden erneuert. Für die Außenanlagen wurden Bänke und Blumenkübel angeschafft.
Pflegefachkräfte wurden zu Schmerzexperten und Palliativ-Care-Fachkräften ausgebildet und Pflegeassistentinnen absolvierten Kurse in Palliativ Care für Pflegeassistenten.

Fachseminare für Altenpflege in Hamm und Soest

Das neue Pflegeausbildungsgesetz wurde im Bundestag verabschiedet. Die Ziele, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und das Ansehen des Berufs zu verbessern, werden nicht erreicht. Eine entsprechende Ausbildungs- und Prüfungsverordnung steht noch aus. Diese Situation sowie die ungeklärte Finanzierung der Ausbildung lassen alle Fachseminare in eine ungewisse Zukunft blicken.
Bis 31.12.2019 wird jeweils ein neuer Ausbildungskurs pro Jahr in der Altenpflege beginnen. Die bis dahin begonnenen Ausbildungen können bis Dezember 2024 nach dem jetzt noch gültigen Altenpflegegesetz beendet werden.
Ab dem Ausbildungsjahr 2020 wird in Ko-operation mit der Albrecht-Schneider-Akademie in Soest und der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld mit einer gemeinsamen zweijährigen generalistischen Ausbildung begonnen. Danach wird für das dritte Ausbildungsjahr weiterhin der Schwerpunkt Altenpflege angeboten. Nach entsprechenden Erfahrungen in verschiedenen Modellprojekten ist allerdings nicht zu erwarten, dass sich eine ausreichende Zahl von Auszubildenden für den Schwerpunkt in der Altenpflege entscheiden wird.
Um die Zukunftsperspektiven abschließend beurteilen zu können, bleibt die Ausgestaltung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung sowie eines gültigen Rahmenlehrplans abzuwarten, an dem die Curricula der Fachseminare orientiert werden können.

Die Schulen der Evangelischen Frauenhilfe genießen bei den Ausbildungsbetrieben einen guten Ruf. Mit einem engagierten Team aus haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitenden wird versucht, durch einen engen Theorie-Praxisaustausch, den Auszubildenden nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern auch personale und soziale Kompetenzen zu vermitteln.
Die strategische Neuausrichtung der Fachseminare wirkt sich in diesem Jahr erstmals positiv aus. Nur am Fachseminar Hamm wird neben der Altenpflegausbildung die einjährige Ausbildung in der Altenpflegehilfe angeboten. Interessentinnen und Interessenten aus Soest konnten nach Hamm umgeleitet werden, so dass der Helferinnenkurs in diesem Jahr mit 24 Teilnehmenden begonnen hat und somit das Fachseminar in Hamm wirtschaftlicher arbeiten kann.
Am Fachseminar in Soest konnte die Zusammenarbeit mit der Erwachsenenbildung ausgebaut und eine halbe Stelle eingerichtet werden. Als zweite pädagogische Fachkraft konnte zudem eine Dipl.-Berufspädagogin (FH) einstellen. Sie hat die Kursleitung für den Kurs, der im August mit 27 Teilnehmenden begonnen hat, übernommen.
Der Leiter der Fachseminare, Paul Linnemann, der die Regelaltersgrenze erreichte, leitet zunächst für ein Jahr mit reduzierter Stundenzahl weiter. In der gegenwärtigen ungewissen Situation der Fach-seminare gewinnen wir so den notwendigen Spielraum, Die gesetzlichen Neuregelungen können so abgewartet werden, um dann die Stelle mit einer klareren Perspektive auszuschreiben.

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Die Zusammenstellung des Jahres 2017 wurde aus unterschiedlichen Meldungen und Berichten und durch unterschiedliche Mitwirkende vorgenommen von Manuela Schunk. Dezember 2017

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