„Es waren trotz allem glückliche Tage"

(März 2022)

„Es waren trotz allem glückliche Tage" (März 2022)

„Es waren trotz allem glückliche Tage" (März 2022)

Fotos: EFHiW

„Es waren trotz allem glückliche Tage" - wer diesen Ausspruch nach 94 Jahren machen kann, lässt ein bewegtes Leben erahnen. So machten sich 50 Frauen aus Bad Laasphe, Bad Lippspringe, Bad Oeynhausen, Bielefeld, Bochum, Dorsten, Dortmund, Einbeck, Frankfurt, Hagen, Haltern, Herne, Herscheid, Lippstadt, Lünen, Münster, Netphen, Neunkirchen, Paderborn, Porta-Westfalica, Rottach-Egern, Schalksmühle, Schwerte, Siegen, Soest, Steinheim, Unna, Werl und Wilnsdorf auf den Weg zu einer 2-tägigen Konferenz der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen Ende März 2022 in Soest.

Obwohl: Wer kennt sie nicht - die wohl berühmteste Kinderbuchautorin Schwedens? Und wem geht nicht das Herz auf bei den Kindern aus Bullerbü, Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter und Co? In diesem Jahr wird der 20. Todestag von Astrid Lindgren begangen.
Drei Schwerpunkte aus ihrem Leben und Werk standen dabei im Mittelpunkt der Konferenz. 1926 war Lindgren schwanger und anschließend alleinerziehend. Eine zeitliche Einordnung in damalige schwedische Verhältnisse eröffnete das Themenfeld „Jung, voller Tatendrang, schwanger - und dann?“.

Mitarbeiterinnen aus den Einrichtungen der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen diskutierten in einem Podiumsgespräch die damalige Situation als Einordnung in deutsche Verhältnisse und im Vergleich die heutigen Verhältnisse. Was hat sich heute geändert und welche Hilfen gibt es für Frauen in Krisensituationen? Es wurde eine sehr informative und lebhafte Diskussion zwischen Edelgard Spiegelberg, Leiterin des FRAUENHEIM WENGERN, Einrichtungen in der Behindertenhilfe im EN-Kreis, Lena Sauerland, Beraterin in der Allgemeinen Frauenberatungsstelle im Kreis Soest und Maike Schöne, Leiterin des FRAUENHAUS SOEST.

Pippi Langstrumpf darf nicht fehlen, wenn es um Astrid Lindgren geht. Um sie ging es im zweiten Schwerpunkt unter der Frage „Rebellisch, richtungsweisend, rassistisch?“ Für einige war sie als Kind Vorbild, ein „role model“ gewesen. Anderen war ihr Umgang mit Macht und Machtverhältnissen wichtig, da das Buch viele Parodiebezüge zu Hitler aufweist. Wiederum anderen enthält das Buch rassistische Züge in den Textstellen, in denen es um People of colour geht. All diese Aspekte wurden vorgestellt und diskutiert.

Im dritten Schwerpunkt befassten sich die Teilnehmenden mit dem politischen Engagement Astrid Lindgrens: Sie verstand sich als demokratische Bürgerin. Soziale Gerechtigkeit und das Wohl von Tier und Umwelt lagen ihr am Herzen. Ihre unerschrockene Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels „Niemals Gewalt!“ im Jahr 1978 führte in der Konferenz über in die Bibelarbeit mit Pfarrerin Birgit Reiche, Geschäftsführerin des Frauenverbandes, über das Friedens-Engagement heute mithilfe einer Bibelarbeit.
Eigene Erinnerungen an die Held*innen aus geliebten Büchern und eine „Vorlese-Stunde“ rundeten die Tagung, die von den Bildungsreferentinnen, Pfarrerin Lindtraut Belthle-Drury und Claudia Montanus, durchgeführt wurde, ab.

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