Gedenkaktion „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“

 

Gedenkaktion „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“

Machen Sie mit bei unserer Gedenkaktion „Tausende Boote falten - Gedenken Sie der Toten im Mittelmeer am 10. Dezember an öffentlichen Plätzen!“ | 10.12.2022

Jedes Menschenleben ist wichtig und muss gerettet werden.
Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen unterstreicht dies mit einer Aktion rund um den „Tag der Menschenrechte“, am 10. Dezember. Solange tagtäglich Menschen im Mittelmeer sterben, müssen Zivilgesellschaft und Kirchen das Versagen der europäischen Staaten anklagen und so viele Geflüchtete wie möglich aus dem Mittelmeer retten. Nur wenn es mehr Rettungsschiffe gibt, die Menschen aus Seenot retten, können wir das Sterben im Mittelmeer verringern, irgendwann auch beenden.

Im Gedenken an die Verstorbenen und aus Solidarität mit den Seenotrettenden rufen wir dazu auf, aus Zeitungspapier Boote zu falten. Die Boote stehen für die Menschen, die 2021 im Mittelmeer ihr Leben verloren haben und die durch ein Schiff hätten gerettet werden können.
1.924 Schiffchen sollten es mindestens je Ort werden, denn so viele Menschen fanden nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe im Jahr 2020 den Tod beim Versuch, über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten.

Der Tag der Menschenrechte wird am 10. Dezember gefeiert und ist der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. An diesem Tag, am Samstag, 10.12.2022, sollen die Boote auf öffentlichen Plätzen zu sehen sein, der Toten gedacht und auf den Skandal um die zivile Seenotrettung und die Situation im Mittelmeer hingewiesen werden. Wir, die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen, laden ausdrücklich alle Evangelischen Frauenhilfen, Gruppen und Interessierte in Westfalen ein, sich an der Aktion zu beteiligen.
Wir, die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen, fordern ein Ende der Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung und europäische Maßnahmen aus der Haltung heraus „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“

Hintergrundinformationen

„Wir unterstützen united4rescue, weil Hilfe und Rettung zu unserem Selbstverständnis gehören. Wir wollen dieses Bündnis mit unserem Gebet, unseren Kollekten und unserem Netzwerk unterstützen.“
Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. (EFHiW) ist dem Bündnis United4Rescue im Dezember 2019 als „Bekenntnis zur Mitmenschlichkeit“ beigetreten. Seit Jahrzehnten sterben jedes Jahr viele Menschen bei der Flucht über Meere. Es ist ein globales Problem, das so lange anhalten wird, wie es Fluchtursachen gibt, darunter: Konflikt und Krieg, Staatenlosigkeit, Armut und wirtschaftliche Ungleichheit. Die Zahl der Todesfälle bei Meeresüberfahrten steigt dramatisch. Das teilt die UNO-Flüchtlingshilfe (UNHCR) bereits im April 2022 mit. Mehr als 3.000 Menschen starben oder wurden vermisst, als sie im vergangenen Jahr versuchten, über das zentrale und westliche Mittelmeer und den Atlantik nach Europa zu gelangen. Im Jahr 2021 wurden 1.924 Menschen auf der zentralen und westlichen Mittelmeerroute als tot oder vermisst gemeldet. Weitere 1.153 Menschen kamen auf der nordwestafrikanischen Seeroute zu den Kanarischen Inseln ums Leben oder werden vermisst.

Seit 2020 ruft die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. Mitgliedsgruppen und
-verbände auf, am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, auf diesen Skandal öffentlich hinzuweisen. Und so ruft der Frauenverband auch in 2022 auf: Gedenken Sie der Toten im Mittelmeer am 10. Dezember an öffentlichen Plätzen! Falten Sie dazu aus Zeitungspapier 1.924 Boote! Beten Sie an einem öffentlichen Ort für die Verstorbenen im Mittelmeer. Wir rufen dazu auf, auf den Skandal im Mittelmeer hinzuweisen. Denn: „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“ Und: EIN MENSCHENLEBEN IST UNBEZAHLBAR – SEENOTRETTUNG IST ES NICHT.

Alle Menschen, die auf ihrem Weg über das Mittelmeer ertrinken, haben Schutz und eine menschenwürdige Zukunft für sich und ihre Familien gesucht. Verfolgung, Krieg, Armut, Unrecht und Klimawandel haben sie dazu gebracht, ihre Heimat zu verlassen. Solange die Fluchtursachen nicht wirksam bekämpft werden und staatliche Seenotrettung fehlt, ist sie unsere humanitäre Pflicht. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen unterstützt daher die vier Forderungen von United4Rescue an die internationale Politik: zur Pflicht der Seenotrettung, zu keine Kriminalisierung, faire Asylverfahren und zur Ermöglichung von sicheren Häfen. (www.united4rescue.com/forderungen)
Solange tagtäglich Menschen im Mittelmeer sterben, müssen Zivilgesellschaft und Kirchen das Versagen der europäischen Staaten anklagen und so viele Geflüchtete wie möglich aus dem Mittelmeer retten. Nur wenn es mehr Rettungsschiffe gibt, die Menschen aus Seenot retten, kann das Sterben im Mittelmeer beendet werden. Solange die staatliche Seenotrettung vernachlässigt wird, solange gilt es, sich für zivile Seenotrettung einzusetzen. Denn es gilt der Satz, den die hannoversche Pastorin Sandra Bils auf dem Kirchentag in Dortmund im Juni 2019 sprach: „Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.“

Es ist ein Skandal, unter welchen Umständen die Rettungsaktionen auch in diesen Monaten stattfinden. Und es ist traurig, dass zivile Seenotrettung scheinbar noch not-wendender ist als 2020. Und es betrübt, dass die Aktion am Tag der Menschenrechte noch mehr Faltarbeit erfordert, da die Todeszahlen gestiegen sind.
Gemeinsam mit Seawatch schickt United4rescue, in dem die EFHiW Mitglied ist, ein neues, drittes Bündnisschiff für die Seenotrettung ins Mittelmeer – die Sea-Watch 5. Ein weiteres größeres, schnelleres und effizienteres Schiff als die vorherigen - von all jenen, die dem Sterben im Meer nicht tatenlos zusehen wollen. Denn mehr denn je kommt es auf die solidarische Zivilgesellschaft an.
Darum bittet die EFHiW alle herzlich, wo immer es geht und wie auch immer es geht, auf diesen Skandal öffentlich hinzuweisen. Und suchen Sie bitte auch wieder oder neu Bündnispartnerinnen und -partner in ihrer Gegend.

Informationen zur Aktion am 10.12.2022

Aufruf Seenotrettung Aktion 10. Dezember (pdf-Dokument. 1,38 MB)

Ritual Aktion 10. Dezember (pdf-Dokument, 987 KB)

 

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