Gegen sexualisierte Gewalt sensibilisieren

(Oktober 2022)

Gegen sexualisierte Gewalt sensibilisieren (Oktober 2022)

Gegen sexualisierte Gewalt sensibilisieren (Oktober 2022)

Gegen sexualisierte Gewalt sensibilisieren (Oktober 2022)

Menschen sind mit bestimmten Bildern über Täter und Täterinnen groß geworden. Doch die meisten stimmen nicht. Täter*innen sind in vielen Fällen freundlich, nett, geradezu ganz besonders hilfsbereit. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW) widmete ihre Frauenkonferenz im Herbst dem Thema Prävention vor und Umgang mit sexualisierter Gewalt im System Evangelische Kirche.

In der 24-Stunden Tagung unter dem Titel „Ich sehe was, was du nicht siehst“ schauten 40 interessierte Frauen Mitte Oktober in Soest auf die Dinge, bei denen es für Täterinnen und Täter einfach sein könnte, Strategien für Übergriffe einzusetzen. Und dahin, wo sie etwas bemerken können und die Möglichkeit haben, etwas zu verhindern. Sie lernten, wie sie Täter*innenstrategien besser erkennen und wie sie mit einem Verdacht umgehen können. Sie übten Hinschauen, Einordnen und Erkennen anhand von Film-, Audio- und Textbeispielen und diskutierten Erfahrungen und Beobachtungs-Ergebnisse. Die Multiplikatorinnen zur Prävention sexualisierter Gewalt (KGSsG), Lena Sauerland und Christina Vetter, zuständig für die EFHiW, referierten und moderierten kompetent die Veranstaltung.

Kirchenrätin Daniela Fricke, Landeskirchliche Beauftragte für den Umgang mit Verletzungen der sexuellen Selbstbestimmung, führte in die Maßnahmen der Evangelischen Kirche von Westfalen ein. Nach einem entsprechenden Gesetz der EKD hat die Landessynode für die westfälische Landeskirche ein Gesetz 2021 beschlossen, das die Einzelheiten festlegt. Vorgesehen ist ein hoher umfangreicher Schulungsbedarf sämtlicher Ehren-, Haupt- und Nebenamtlicher. Außerdem muss jeder Arbeitsbereich ein Schutzkonzept bezogen auf sexualisierte Gewalt erstellen. Einerseits soll an eine Atmosphäre gearbeitet werden, die das Ansprechen von Situationen erleichtert. Andererseits sollen Übergriffe erschwert oder sogar verhindert werden.

In der Arbeit an biblischen Texten, angeleitet von der Leitenden Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, Pfarrerin Birgit Reiche, erfuhren die Teilnehmenden, inwieweit Klage- und Rachepsalmen als Bewältigungsstrategien erlebter Gewalt auszulegen seien. Psalm 6 als Klagepsalm von Tamar aus 2. Samuel 13 gesprochen war eines der eindrücklichen Beispiele.
Diese Frauenkonferenz im Herbst war zugleich der Auftakt zur Umsetzung des „Kirchengesetzes zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in Westfalen“ (KGSsG) innerhalb der EFHiW.

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