Neues Literaturformat ein Erfolg

(März 2022)

Neues Literaturformat ein Erfolg (März 2022)

Neues Literaturformat ein Erfolg (März 2022)

Neues Literaturformat ein Erfolg (März 2022)

Neues Literaturformat ein Erfolg (März 2022)

Fotos: EFHiW

Da saß sie - in einem gemütlichen Sessel, mit Beistelltisch und einer Leselampe und las Abschnitte aus ihrem Debütroman „Winternähe“. Mirna Funk schaffte zwischen sich und den mehr als 80 Zuhörer*innen in der Tagungsstätte Soest eine fast private Atmosphäre Ende März. Das musikalische und kulinarische Rahmenprogramm steigerte den Genuss dieser Lesung.

Mirna Funk wurde 1981 in Ostberlin geboren und studierte Philosophie sowie Geschichte an der Humboldt-Universität. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin, unter anderem für »Neon«, »L’Officiel Germany« und »Süddeutsche Magazin«, und schreibt über Kultur und ihr Leben zwischen Berlin und Tel Aviv. 2015 erschien ihr Debütroman ›Winternähe‹, für den sie mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis 2015 für das beste deutschsprachige Debüt ausgezeichnet wurde. In zahlreichen Essays, Texten und Kolumnen geht sie unter anderem den Fragen nach der Präsenz jüdischen Lebens in Deutschland heute und einer gegenwartsorientierten Erinnerungskultur nach. 2021 ist ihr zweiter Roman „Zwischen Du und Ich“ erschienen.

Kapitel aus ihrem Debütroman wechselten sich mit Klängen von dem Gitarristen und der Cellistin und kleinen servierten Leckerbissen ab. Die Literatur-Interessierten tauchten für drei Stunden in die Welt von Lola, die Hauptperson im Roman, ein. Lola ist Deutsche, und sie ist Jüdin. Sie fragt sich: Wie lässt sich die Gegenwart mit meiner Vergangenheit in Einklang bringen? Lola macht sich auf eine Reise von Berlin nach Tel Aviv und Bangkok, hofft, auf ihren Vater zu treffen und begegnet dem Großvater und dem Geliebten. Sie stellt unbequeme Fragen und konfrontiert mit Antisemitismus in Deutschland, dem Krieg in Israel im Sommer 2014 und der Frage nach „Identität in einer globalisierten Welt“.

Angst und Glück, Hoffnung und Enttäuschung begleiten diese spannende Reise zur eigenen Identität. Mirna Funk regte mit ihren ausgewählten Passagen zum Nachdenken Lesende und Zuhörende an.
Sie, das 3-Gänge-Menue und die musikalischen Klänge von Cello und Gitarre von Musiker*innen der Musikschule Soest verzauberten mehr als 80 Menschen an diesem Freitagabend.

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