Ein starkes Plädoyer für die Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe

(Februar 2026)

Ein starkes Plädoyer für die Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe (Februar 2026)

YUNA Westfalen Lippe, getragen von der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, engagiert sich seit einigen Jahren für den Schutz und die Rechte von Mädchen und Frauen, die von weiblicher Genitalbeschneidung (FGM/C) betroffen oder bedroht sind. Als aktiver Teil des Runden Tischs Deutschland gegen FGM/C bringt YUNA seine Expertise in ein Netzwerk ein, das inzwischen mehr als 220 Organisationen vereint. Dieses Forum bietet Raum für Austausch, fachliche Zusammenarbeit und politische Lobbyarbeit – getragen von Ärztinnen und Ärzten, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, Beratungsstellen, Aktivistinnen und vor allem von betroffenen Frauen selbst.

Im vergangenen Jahr entstand aus dieser gemeinsamen Arbeit ein umfassendes Positionspapier, das bereits von zahlreichen Organisationen unterzeichnet wurde – darunter auch die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen, YUNA Rheinland und YUNA Westfalen Lippe. Es richtet sich an politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger und formuliert klar, welche Veränderungen notwendig sind, um die Rechte und die Sicherheit betroffener Frauen und Mädchen zu stärken.

Im Zentrum des Papiers steht die Forderung, frauenspezifische Formen von Gewalt endlich konsequent als legitime Fluchtgründe anzuerkennen. Damit verbunden ist der dringende Appell, Anhörungen und Begutachtungen nur durch speziell zu FGM/C geschultes weibliches Fachpersonal durchführen zu lassen, um retraumatisierende Situationen zu vermeiden. Ebenso betont das Papier, wie wichtig es ist, Mädchen wirksam vor FGM/C zu schützen – durch verständliche Informationsmaterialien, durch Prävention und durch die konsequente Nutzung der bestehenden Untersuchungen.

Darüber hinaus fordert der Runde Tisch eine deutlich stärkere Sensibilisierung und Qualifizierung von Fachkräften im medizinischen und juristischen Bereich, damit Betroffene kompetent und respektvoll begleitet werden. Auch die Unterbringung spielt eine zentrale Rolle: Für diese besonders vulnerable Gruppe braucht es traumasensible Schutzräume und eine flächendeckende medizinische Versorgung. Schließlich richtet sich das Positionspapier entschieden gegen illegale Pushbacks an den europäischen Außengrenzen und gegen Dublin Verfahren, die Frauen und Mädchen, die geschlechtsspezifische Gewalt erlebt haben oder bedroht sind, erneut in Gefahr bringen.

Das Positionspapier macht deutlich, dass es nicht allein um rechtliche Anpassungen geht, sondern um Menschenrechte, Schutz und Würde. Es verbindet fachliche Expertise mit den Stimmen der Betroffenen und schafft damit eine Grundlage für politische Gespräche, die konkrete Verbesserungen ermöglichen sollen. YUNA Westfalen Lippe trägt diesen Prozess aktiv mit und setzt ein klares Zeichen für eine Zukunft, in der geschlechtsspezifische Gewalt als das anerkannt wird, was sie ist: ein ernstzunehmender Fluchtgrund und eine menschenrechtliche Herausforderung, die entschlossenes Handeln erfordert.

Weitere Informationen

Das Positionspapier ist zu finden unter www.kutairi.de/runder-tisch-deutschland-gegen-fgm_c-online/positionspapier/

 

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