Eröffnung Gewaltschutz-Zentrum in Soest | 27.02.2026
Frauenpolitische Sprecherin der SPD
Sehr geehrte Frau Abgeordnete Sippel,
liebe Frau Waldheuer und liebe Frau Pfarrerin Reiche,
sehr geehrter Herr Schlüter, sehr geehrte Frau Schwenke,
liebe Kollegin Bostancieri,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich freue mich sehr, heute bei Ihnen zu sein. Ich komme immer wieder gerne zur Frauenhilfe Westfalen, denn die Anlässe sind stets besondere. So auch heute bei der Eröffnung dieses Gewaltschutzzentrums.
Solche Ereignisse zeigen, dass es beim Schutz von Frauen vor Gewalt nicht nur Stillstand gibt. Gerade hier in Soest erleben ich sehr engagierte Akteurinnen und Akteure, die zeigen, dass es auch voran gehen kann.
Ich weiß, dass es für viele kein leichter Schritt war, diesem Haus eine neue Nutzung zu geben. Über viele Jahrzehnte hinweg war es eine Tagungsstätte, ein Ort der Begegnung und der Bildung, der mit zahlreichen schönen Erinnerungen verbunden ist.
Doch ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Haus auch künftig ein guter Ort sein wird: ein Ort der Zuflucht, ein Ort der Hoffnung, und ein Ort des Neuanfangs.
Frauen und ihre Kinder, die von häuslicher oder anderer Gewalt betroffen sind, finden hier Schutz, Unterstützung und eine sichere Perspektive. Ich bin überzeugt, dass es ein großer Gewinn ist, dass die vielen verschiedenen Hilfsangebote der Evangelischen Frauenhilfe hier an einem Ort gebündelt werden. Das schafft kurze Wege und stärkt zugleich die Sichtbarkeit. Und genau diese Sichtbarkeit brauchen wir beim Thema Gewalt gegen Frauen besonders.
Häusliche Gewalt ist niemals Privatsache. Sie geht uns alle an. Dieses Bewusstsein zu stärken, dazu trägt das neue Gewaltschutzzentrum ebenso bei, wie die heutige Einweihungsfeier, zu der so viele Menschen gekommen sind. Auch das zeugt davon, dass Ihr Team, liebe Frau Pfarrerin Reiche, wertvolle Arbeit leistet.
Lassen Sie mich bitte die Gelegenheit nutzen, einige Worte aus politischer Sicht zu sagen. Vor fast genau einem Jahr haben wir alle die Verabschiedung des Gewalthilfegesetzes gefeiert. Es ist ein Meilenstein der Gleichstellungspolitik. Endlich gibt es einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe. Allerdings erst ab dem Jahr 2032.
Der Rechtsanspruch ist wichtig und richtig. Doch bis zu seinem Inkrafttreten liegt noch ein langer Zeitraum vor uns. Ein Zeitraum, in dem viele gewaltbetroffene Frauen weiterhin nicht die Hilfe erhalten, die sie dringend brauchen.
Deshalb setzen wir uns als SPD-Fraktion für ein höheres Tempo beim Ausbau der Frauenhäuser ein. Für ein stärkeres Engagement der Landesregierung. Die Kapazitäten müssen frühzeitig spürbar erhöht werden!
Mit dem Umzug des Frauenhaus Soest steigt die Zahl der Schutzplätze landesweit auf 715. Trotzdem fehlen weiterhin über tausend Plätze, im Kreis Soest allein 14. Es liegt also noch ein weiter Weg vor uns, um den Rechtsanspruch mit Leben zu füllen. Übrigens nicht nur bei den Frauenhäusern, sondern ebenso bei den Beratungsangeboten, vor allem aber bei der Prävention.
Die Evangelische Frauenhilfe geht heute einen wichtigen Schritt in diese Richtung. Dafür danke ich allen, die an der Realisierung dieses Gewaltschutzzentrums mitgewirkt haben. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich viel Kraft und Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit und dass sie vielen Frauen und Kindern eine Perspektive auf ein gewaltfreies Leben eröffnen können.
Im Namen der SPD-Landtagsfraktion wünsche ich dem Gewaltschutzzentrum einen guten Start.
Vielen Dank!