Eröffnung Gewaltschutz-Zentrum in Soest | 27.02.2026
Stellvertretende Landrätin
Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrte Frau Pfarrerin Reiche,
sehr geehrte Frau Vorsitzende Waldheuer,
sehr geehrte Frau Schöne,
sehr geehrter Frau stellvertretende Bürgermeisterin Maybaum,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Politik,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Gäste,
ich freue mich sehr, heute anlässlich der Eröffnung des neuen Gewaltschutz-Zentrums hier bei Ihnen in Soest sein zu dürfen. Zugleich überbringe ich Ihnen die herzlichen Grüße des Kreistages sowie der Kreisverwaltung des Kreises Soest.
Mit dem heutigen Tag setzen Sie ein starkes und wichtiges Zeichen: ein Zeichen für Schutz, Solidarität und für Verantwortung gegenüber Frauen und Kindern, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen engagiert sich seit vielen Jahren mit großer Fachlichkeit und Überzeugung für den Schutz von Frauen. Mit der Eröffnung dieses Gewaltschutz-Zentrums wird dieses Engagement sichtbar und wirksam weiter ausgebaut.
Mit dem Einzug in die neuen Räumlichkeiten wird das Angebot im Kreis Soest erheblich erweitert. Die Platzzahl im Frauenhaus wird von acht auf 16 verdoppelt. Gleichzeitig entsteht ein modernes, gut ausgestattetes Schutz- und Unterstützungsangebot mit eigenen Appartements, barrierefreien Wohneinheiten, einer Beratungsetage sowie guten Rahmenbedingungen für Frauen mit ganz unterschiedlichen Lebenslagen. Besonders hervorheben möchte ich auch den eigenen Bereich für Kinder und Jugendliche, die hier nicht nur Schutz, sondern auch Stabilität, Begleitung und ein Stück Normalität erfahren können.
Ein großer Vorteil des Standorts Soest ist die enge Verzahnung von Unterbringung und Beratung. Die unmittelbare Nähe des Frauenhauses, der Frauenberatung Soest und der Beratungsstelle TAMAR ermöglicht kurze Wege, abgestimmte Hilfen und eine verlässliche Begleitung der betroffenen Frauen und ihrer Kinder. Das ist gelebter Gewaltschutz praxisnah und bedarfsgerecht.
Dass solche Angebote dringend gebraucht werden, zeigen die Zahlen und Erfahrungen aus der Praxis. Studien gehen davon aus, dass jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher oder sexualisierter Gewalt betroffen ist. Auch die Belegungszahlen des Frauenhauses machen deutlich, wie hoch der Bedarf ist – und wie oft Frauen in der Vergangenheit abgewiesen werden mussten, weil es schlicht nicht genügend Plätze gab. Vor diesem Hintergrund ist die heutige Eröffnung ein wichtiger Schritt nach vorn. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Plätze häufig von Frauen aus unterschiedlichen Regionen belegt werden, da Schutz und Sicherheit oft einen Wohnortwechsel erforderlich machen.
Dass dieses Projekt heute Wirklichkeit geworden ist, zeigt, dass die langjährige Arbeit des Frauenhauses Soest und der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen nicht nur hohe Anerkennung genießt, sondern auch politische und finanzielle Unterstützung erfährt. Der Kreistag hat bereits vor einigen Jahren mit dem Beschluss zur Erhöhung der Zuschüsse ein deutliches Zeichen für die geplante Erweiterung gesetzt. Und seit 2021 lief das Förderverfahren auf Bundesebene. Umso mehr freue ich mich, heute bei der Eröffnung dabei sein zu können.
Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses Soest. Sie leisten Tag für Tag eine anspruchsvolle Arbeit. Und das tun sie mit großer Fachlichkeit, mit Engagement und mit Menschlichkeit. Sie geben Frauen und ihren Kindern Schutz, Orientierung und Zeit, um neue Perspektiven zu entwickeln. Ebenso danke ich allen weiteren Beteiligten, den Kooperationspartnern, dem Kuratorium und natürlich der Trägerin, der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e. V., für ihr langjähriges und verlässliches Engagement.
Ich wünsche dem neuen Gewaltschutz-Zentrum, allen Mitarbeiterinnen und vor allem den Frauen und Kindern, die hier Schutz finden werden, alles Gute. Möge dieser Ort ein Ort der Sicherheit, der Zuversicht und des Neuanfangs sein.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!