2Flügel begeistert zum 120. Jubiläum der Frauenhilfe

Ein Abend voller Musik, bewegender Geschichten und neuer Perspektiven: Mit dem Programm „Goldzwanziger“ bescherte das Duo 2Flügel der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen einen besonderen Höhepunkt im Jubiläumsjahr.

Wie klingen Hoffnung, Menschlichkeit und Aufbruch? Dieser Frage widmeten sich Christina Brudereck und Ben Seipel Mitte Oktober 2026 in der Kirche St. Petri in Soest. Auf Einladung der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e. V. (EFHiW) präsentierte das Duo 2Flügel sein Programm „Goldzwanziger“ – ein Zusammenspiel aus Musik, Literatur und persönlichen Geschichten, das das Publikum gleichermaßen zum Lachen, Nachdenken und Innehalten brachte.

Zahlreiche Frauen aus den Bezirks-, Stadt- und Synodalverbänden, Vertreterinnen des Landesverbands und Mitarbeitende der EFHiW sowie weitere Gäste aus dem kirchlichen Umfeld waren der Einladung zum Jubiläumsabend gefolgt. Gemeinsam erlebten sie einen kulturellen Abend, der weit über einen musikalischen Rückblick hinausging.

Zwischen Lachtränen und Gänsehaut
Christina Brudereck, Theologin und Schriftstellerin, und Ben Seipel, Pianist und Dozent an der Musikhochschule Köln, schaffen mit 2Flügel ein eigenes Format zwischen Konzert und Lesung. Bruderecks poetische, humorvolle und zugleich gesellschaftlich wache Texte trafen auf Seipels einfühlsames Klavierspiel. Biografische Schlaglichter, politische Bezüge und musikalische Lieblingsstücke verbanden sich zu einem dichten Erlebnis.

Die Geschichten kreisten um Wandel, Kunst, Vorbilder und die Frage, was den Zwanzigerjahren des 21. Jahrhunderts neuen Glanz verleihen kann. Dabei wechselten sich Leichtigkeit und Tiefgang ab. „Mal Kloß im Hals, mal Lachtränen“, sagte die Vorsitzende der EFHiW, Angelika Waldheuer, begeistert über die Wirkung des Abends.

120 Jahre Frauenhilfe – und mittendrin im Aufbruch
Der Titel „Goldzwanziger“ schlug zugleich eine Brücke zur Geschichte der EFHiW. Der Verband wurde 1906 gegründet. In den Zwanzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts erreichte die Frauenhilfe einen wichtigen Meilenstein: 1927 wurde sie 21 Jahre alt und galt damit nach damaligem Verständnis als volljährig.

Die Zeit war geprägt von gesellschaftlichem Aufbruch, Charleston und Bubikopf. Die Frauenhilfe war mittendrin – in den Kirchengemeinden und in der diakonischen Arbeit, beispielsweise in der Müttergenesung. Schon damals gestaltete sie gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mit.

120 Jahre nach ihrer Gründung steht die EFHiW erneut vor der Aufgabe, Tradition und Veränderung miteinander zu verbinden. Der Jubiläumsabend machte deutlich, dass Hoffnung und Menschlichkeit keine Frage der Zeit sind, sondern davon leben, dass Menschen sie gestalten.

Ein persönlicher Moment zum Jubiläum
Für Christina Brudereck war der Auftritt auch persönlich besonders: Ihre Mutter war selbst Vorsitzende der westfälischen Frauenhilfe. Diese Verbindung verlieh dem Abend eine zusätzliche Bedeutung und machte die Verbundenheit von Geschichte und Gegenwart spürbar.

Mit „Goldzwanziger“ setzte 2Flügel einen glänzenden Akzent im Festjahr der EFHiW. Der Abend erinnerte daran, dass 120 Jahre Frauenhilfe nicht nur eine Geschichte des Bestehens sind, sondern eine Geschichte des Engagements, der Gemeinschaft und des stetigen Aufbruchs. Die Einladung, die eigenen „Goldzwanziger“ bewusst zu gestalten, nahm das Publikum als ermutigenden Gedanken mit nach Hause.