Frauenverbandsarbeit

Politische Aktionen und Kampagnen, Fürbitten und Kollekten: Texte aus der Bibel, Geld und Einfluss teilen gehört im Verband zusammen. Das setzt voraus, dass Frauen gut informiert sind, sich den politisch, gesellschaftlich und sozial aktuellen Fragen stellen und entsprechend handeln.

Was bedeutet ökumenische, globale Asurichtung evangelischer Frauenverbandsarbeit heute?

Wir bleiben herausgefordert, abzubilden und zu beleuchten, was nach Gottes Willen sein soll: Frieden und Einheit. Es bleibt unsere Aufgabe aufzuspüren, zu benennen und nach unseren Kräften aufzuheben, was trennt und was den Frieden zerstört. Diese Aufgabe umfasst lokales Handeln ebenso wie die weltweite ökumenische Verantwortung.

Es gibt in unserer Zeit, in unseren Gemeinden, in unserem Verband neue Trennungen und Verwerfungen: zwischen Jungen und Alten; zwischen denen, die Teilhabe an Bildung, Kultur und gesunder Ernährung haben, und denen, die davon ausgeschlossen sind; zwischen denen, die Zugang zu Wasser haben, und denen, deren Lebensraum verdorrt; zwischen Einheimischen und Fremden, zwischen Christinnen und Christen und Menschen anderen Glaubens.

Die beschriebenen Verwerfungen erfordern diakonische, theologische, politische und spirituelle Antworten.

Aufgabe des Landesverbandes ist es, Informationen auszuwerten und weiterzugeben, Kampagnen vorzuschlagen und intern mit zu koordinieren sowie die Visionen von der Fülle des Lebens für alle Menschen wach zu halten.

Evangelische Frauenverbandsarbeit ist auch auf Bundesebene mehr als ein Beitrag zum Gender-Mainstreaming. Gesellschaftlich relevante Fragen wie Armut, Alter und Pflege, Patientinnenvefügungen, vorgeburtliche Diagnostik, Finanz- und Rentenpolitik werden aus frauenspezifischer Sicht reflektiert und die Ergebnisse in die politischen Beratungen eingebracht.

Frauenförderung

Im Blick auf berufliche und ehrenamtliche Tätigkeit von Frauen sind Förder- und Trainingsprogramme vorzuhalten. Frauenförderung bleibt ein wichtiges Instrument des Gender-Mainstreaming, geht aber nicht darin auf und ist nicht dadurch zu ersetzen. Gender-Mainstreaming ist ein wichtiges politisches Instrument, ebenso Gender-Budgeting, die Verteilung von Haushaltsmitteln, Steuern, Spenden und Kollekten nach Kriterien der Geschlechtergerechtigkeit.

Fülle des Lebens, Gerechtigkeit und Teilhabe: Das Leben und volle Genüge für alle sind Leitworte der Vision des Verbandes. Sie bestimmen das theologische Nachdenken ebenso wie die Inhalte und Methoden der Bildungsarbeit und die Konzepte der sozialdiakonischen Arbeit.

Der sich von der Gemeindebasis her aufbauende Verband schafft gute Bedingungen zur Umsetzung gemeinsamer Ziele und zum Lebendighalten der gemeinsamen Vision.

Frauenverbandsarbeit ist ein System, in dem Freiheit und Bindung, Offenheit und Selbstverpflichtung, Glaube und Liebe die Chance haben, sich zu entwickeln.

Diakonie und Barmherzigkeit gehören dazu, wie die theologisch gut begründete Vision von der Fülle des Lebens für alle Menschen.

Auf dieser Grundlage sind wir in der Lage, diakonisch und ökumenisch, politisch und theologisch, pädagogisch und praktisch zu arbeiten.

Neuigkeiten aus der Frauenhilfe in Westfalen

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