Stellungnahme zum Landeskirchlichen Frauenreferat

Lilienkreuz der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen

Seit Einrichtung des Landeskirchlichen Frauenreferates für die Evangelische Kirche von Westfalen gibt es eine intensive und gedeihliche Zusammenarbeit zwischen dem Landesverband der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen und dem Frauenreferat.

Die gemeinsam angebotenen Fortbildungen für Presbyterinnen „Mut zur Strategie“ und die gemeinsame Durchführung des Fernstudiums „Feministische Theologie“ sind Beispiele dafür. Die Evangelische Frauenhilfe leistet den überwiegenden Teil der gemeindebezogenen Frauenarbeit im Bereich der EKvW und befördert durch bildungsorientierte und sozialdiakonische Arbeit die Arbeit von und mit Frauen in Kirche und Diakonie weit über die verbandlichen Grenzen hinaus.

Die Gleichstellungsarbeit der Kirche, die Frauenförderanliegen der Kirche und die geschlechterdifferenzierende Betrachtung aller Arbeitsfelder der Kirche (einschließlich Gender Budgeting) ist Aufgabe und Auftrag des Frauenreferates.

Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen sieht von daher die mögliche Integration eines mit einer Querschnittsaufgabe beauftragten Referates in das Institut für Kirche und Gesellschaft als eine Schwächung des nicht zuletzt durch Synodenbeschlüsse, Kirchenleitungsbeschlüsse und Voten landeskirchlicher Frauenversammlungen beschriebenen Auftrags des Frauenreferates.

Der Vorstand der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen schließt sich aufgrund dieser Überlegungen dem Votum der Teilnehmerinnen des Westfälischen Theologinnentages vom 12.02.2011 an, aus dem wie folgt zitiert wird:

„Die EKvW braucht auch in Zukunft ein starkes unabhängiges Frauenreferat, das auf die Geschlechterpolitik unserer Kirche unmittelbar und unabhängig reagieren und Einfluss nehmen kann, denn:

  • Die EKvW ist weit von einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an leitenden Positionen z. B. im Bereich der Verwaltungsleitungen, Superintendentenstellen, im Landeskirchenamt sowie bei den Leitungen der Ämter und Werke entfernt.
  • Die Mehrheit der Angestellten der EKvW und ihrer Diakonie sind Frauen.
  • Viele Frauen haben ihre spirituelle Heimat in Angeboten und Gottesdiensten der kreiskirchlichen Frauenreferate gefunden. Schon heute sind viele kreiskirchliche Frauenreferate nicht mehr besetzt, die Personalentwicklung lässt eine weitere Erosion erwarten. Eine angemessene Reaktion auf diese Entwicklung ist die konzeptionelle Weiterentwicklung des landeskirchlichen Frauenreferates mit Regionalstellen (vergleichbar den Strukturen des Amtes für MÖWe).

Auch wir halten Veränderungen für nötig:

  • Das Frauenreferat muss zukunftssicher finanziell und personell ausgestattet werden, um seinen politischen Auftrag angemessen erfüllen zu können.
  • Das Frauenreferat sollte strukturell enger an die Kirchenleitung angebunden werden. Wir schlagen vor, dass das Frauenreferat zur Stabsstelle der Kirchenleitung wird und direkt der oder dem Präses oder der Theologischen Vizepräsidentin oder dem Theologischen Vizepräsidenten unterstellt wird.
  • An der konzeptionellen Weiterentwicklung des landeskirchlichen Frauenreferates müssen der landeskirchliche Frauenausschuss, die Konferenz der Frauenreferentinnen und Gleichstellungsbeauftragten, der Theologinnen-Konvent, die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e. V und die Evangelische Frauenarbeit in Westfalen angemessen beteiligt werden.“

Der Vorstand der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen bittet die Kirchenleitung diese Überlegungen, die die Grundsatzfragen geschlechtergerechter Arbeit in der Kirche und die Umsetzung von Frauenförderanliegen in der Kirche betreffen, in ihre Beratungen einzubeziehen.

Beschlossen in der Vorstandssitzung der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen am 25.02.2011, Soest