Gemeinsam für eine diskriminierungssensible Anti-Gewalt-Arbeit

Wie kann Anti-Gewalt-Arbeit so gestaltet werden, dass alle Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Behinderung, Religion oder anderen persönlichen Merkmalen gleichermaßen Zugang zu Unterstützung und Schutz erhalten? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigten sich die Mitarbeitenden der Beratungsstellen und des Frauenhaus Soest – allesamt in Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen – beim Klausurtag „Antidiskriminierung“ am 23. September 2026 im Seminar-Zentrum in Soest.
Die Veranstaltung bot Raum, um die eigene Arbeit aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, Erfahrungen auszutauschen und bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen. Einen wichtigen fachlichen Impuls gab Fatima Abboud von der Servicestelle ADA Soest. Im Mittelpunkt standen die unterschiedlichen Dimensionen von Vielfalt sowie die Frage, wie interkulturelle Öffnung und Antidiskriminierung im Arbeitsalltag konkret umgesetzt werden können.
Gerade für die Anti-Gewalt-Arbeit hat das Thema eine besondere Bedeutung: Menschen, die Beratung, Schutz und Unterstützung suchen, bringen unterschiedliche Lebensgeschichten, Erfahrungen und Bedürfnisse mit. Gleichzeitig können gesellschaftliche Benachteiligungen und Diskriminierung den Zugang zu Hilfsangeboten erschweren. Eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen ist daher ein wichtiger Bestandteil professioneller Beratungs- und Schutzarbeit.
Der Klausurtag verband fachlichen Input mit Diskussion, Reflexion und konkreter Gruppenarbeit. Dabei wurden sowohl Stärken als auch Entwicklungsbereiche der eigenen Arbeit sichtbar und Ideen für notwendige Veränderungen und Maßnahmen entwickelt. Die gemeinsame Auseinandersetzung machte deutlich, dass Antidiskriminierung kein einmaliges Thema, sondern ein fortlaufender Prozess ist, der fachliche Reflexion, Offenheit und konkrete Veränderungsbereitschaft erfordert.