„Gleichwertigkeit aller Menschen ist nicht verhandelbar. Wer Hass schürt, greift die Grund-lagen unserer Demokratie an“, erklärt Angelika Waldheuer, Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen (EFHiW). Diese Worte beschreiben präzise, was aktuelle Ereignis-se offenlegen: den Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal und das Erstarken rechtsextremer und populistischer Kräfte in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Diese Vorgänge zeigen, wie verletzlich jüdisches Leben, Gleichstellung und demokratische Werte geworden sind.
Der Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal Mitte September 2026 ist ein unerträgli-cher und nicht hinnehmbarer Angriff auf jüdisches Leben. „Synagogen und jüdische Ein-richtungen müssen sichere Orte sein – Orte des Glaubens, der Wohlfahrt und der Begeg-nung, an denen Menschen ohne Angst leben und arbeiten können“, stellt Pfarrerin Birgit Reiche, Geschäftsführerin der EFHiW klar. Damit Jüdinnen und Juden sich wieder sicher fühlen, müsse der Rechtsstaat jedem Antisemitismus konsequent entgegentreten. „Wo Menschen bedroht oder diskriminiert werden, braucht es entschiedenes Handeln, denn die Würde aller Menschen ist unantastbar“, erläutert Angelika Waldheuer.
Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Berlin und Meck-lenburg-Vorpommern, wie antifeministische und rechtspopulistische Ideologien gesell-schaftliche Räume verengen. Die AfD reproduziert ein traditionelles Frauenbild, lehnt Gleichstellungs- und Vielfaltspolitik als „Gender Ideologie“ ab und stellt Errungenschaften infrage, die Frauen über Jahrzehnte erkämpft haben. Antifeminismus ist kein Randphänomen, sondern wirkt als Brückenideologie, die demokratische Aushandlungsräume angreift und Anschlussfähigkeit in rechtskonservative Milieus schafft.
Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen appelliert eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, alle Parteien und gesellschaftlichen Gruppen, die Gesellschaft nicht zu spalten, sondern sachlich und fair miteinander umzugehen. Alle Versuche, um politischer Macht willen Hass, Vorurteile oder Abwertung zu säen, sind entschieden zurückzuweisen.
„Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit – ob Antisemitismus, Antifeminismus oder Rassismus – gefährdet demokratische Räume und verletzt die Würde von Menschen“, betont Birgit Reiche. Die EFHiW setzt sich seit mehr als einem Jahrzehnt intensiv gegen jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ein – gegen Antisemitismus, Antifeminismus, Ableismus, Homophobie, Islamophobie, Sexismus, Rassismus, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. Die Gleichwertigkeit aller Menschen umfasst Herkunft, sexuelle Orientierung und Identität, Beeinträchtigungen, Benachteiligungen, Religion und vielfältige Lebensentwürfe.
„Gleichstellung ist keine verhandelbare Zugabe zur Demokratie, sondern ihre Voraussetzung“, macht die Vorsitzende der EFHiW deutlich. „Es braucht ein gemeinsames Eintreten für eine Gesellschaft, in der alle Menschen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Identität – in Würde und Freiheit leben.“


